Rezension über:

Fulvio Delle Donne / Jaume Torró Torrent (a cura di): L'immagine di Alfonso il Magnanimo tra letteratura e storia, tra Corona d'Aragona e Italia. La imatge d'Alfons el Magnànim en la literatura i la historiografia entre la Corona d'Aragó i Itàlia (= mediEVI; 10), Firenze: SISMEL. Edizioni del Galluzo 2016, XI + 316 S., 26 Farbabb., ISBN 978-88-8450-691-7, EUR 46,00
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Rezension von:
Teodoro Manrique Antón
Universidad de Castilla-La Mancha
Redaktionelle Betreuung:
Ralf Lützelschwab
Empfohlene Zitierweise:
Teodoro Manrique Antón: Rezension von: Fulvio Delle Donne / Jaume Torró Torrent (a cura di): L'immagine di Alfonso il Magnanimo tra letteratura e storia, tra Corona d'Aragona e Italia. La imatge d'Alfons el Magnànim en la literatura i la historiografia entre la Corona d'Aragó i Itàlia, Firenze: SISMEL. Edizioni del Galluzo 2016, in: sehepunkte 17 (2017), Nr. 4 [15.04.2017], URL: http://www.sehepunkte.de
/2017/04/29504.html


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Fulvio Delle Donne / Jaume Torró Torrent (a cura di): L'immagine di Alfonso il Magnanimo tra letteratura e storia, tra Corona d'Aragona e Italia

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Alfons V. von Aragón (gestorben 1458), genannt der Grossmütige, war der Sohn Fernandos I. de Trastamara, eines kastilischen Prinzen, der im Jahre 1412 auf den Thron von Aragón berufen wurde. Nach seinem Tod folgte ihm Alfons nach und schon 1419, im vierten Jahr seiner Regierung, unternahm dieser seine erste Seereise, um die Macht über die ererbten mittelmeerischen Territorien zu konsolidieren. Erst 1442 eroberte er das Königreich Neapel, wurde als Alfons I. König von Neapel und Sizilien und verlegte daraufhin seinen Regierungssitz von Barcelona nach Neapel, wo sein Hof sich zu einem der kultiviertesten und prachtvollsten der Renaissance entwickelte. Alfons wurde zu einem großen Mäzen von Kultur und Wissenschaften und gilt als Förderer des italienischen Humanismus.

Die vorliegende Aufsatzsammlung, die auf eine 2014 in Potenza von der Universität della Basilicata und der Universität Girona veranstaltete Tagung zurückgeht, umfasst 13 Artikel, die einerseits die vielfältigen kulturellen und institutionellen Beziehungen zwischen den aragonesischen und italienischen Territorien Alfons' V., und andererseits die Entwicklung des Bildes dieses spanischen Regenten in der Literatur und in der Geschichte zum Gegenstand haben. In ihrer recht knappen Einleitung (3 Seiten) skizzieren Fulvio Delle Donne und Jaume Torró Torrent kurz den Forschungsstand und erörtern die Notwendigkeit einer erneuerten, breit angelegten wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Figur Alfons' V. unter Berücksichtigung verschiedener neuer, historischer und literarischer Quellen, sowohl in klassischem Latein als auch in den romanischen Sprachen. Erklärtes Ziel der Herausgeber ist die Rekonstruktion eines vielschichtigen Königsbildes durch die Auswertung der aragonesischen (katalanischen) und lateinisch-italienischen Quellen.

Die einzelnen Beiträge sind drei unterschiedlichen - und etwas unausgeglichen dimensionierten - Themenblöcken zugeordnet, die sich mit historiographischen, literarischen und kunsthistorischen Fragen beschäftigen. Doch der Schwerpunkt des Bandes liegt auf den Besonderheiten und der Entwicklung der Darstellung des Königs und des Königsamtes in veröffentlichten (Tirant lo Blanc, La nau, usw.) aber auch in unveröffentlichten Werken, die oft mit dem kulturellen Milieu des Königshofes assoziiert werden. Mehr als die Hälfe aller Beiträge, besonders die der spanischen Experten, schildert die Zusammenhänge zwischen der im kulturellen Milieu Alfons' V. auf katalanisch produzierten Literatur (F. Rodríguez Risquete) und den französischen höfischen Romanen in dieser Periode (J. Torró Torrent und R. Beltrán). Insbesondere L. Badia betont, dass Alfons eine besondere Vorliebe für die katalanischen Troubadoure entwickelte und demonstriert eindrücklich, wie die katalanische Literatur während der Regierungszeit Alfons' V. ihren Höhepunkt erreichte.

A. Iacono untersucht in ihrem Beitrag den preisenden Charakter des innovativen, unveröffentlichten Gedichtes von Lorenzo Valla zu Ehren des Königs, und L. Cabré analysiert die Beziehung zwischen dem großmütigen König und dem valencianischen Dichter Ausiàs March und ihr gemeinsames Interesse für die christlichen Werte und den Ethik-Begriff von Aristoteles. Die Beiträge von Rafael Ramos über den Chronisten Pedro del Corral, und von Rafael Beltrán über das anonyme Werk Les trois fils de rois sind von großem Interesse, berühren jedoch nur beiläufig die thematische Ausrichtung des Bandes und können dem Anspruch auf Vollständigkeit in einem Sammelwerk kaum gerecht werden

Fünf Beiträge richten den Blick auf die literarisch-historiographische Produktion zur Zeit Alfons' V. und auf die Frage, wie diese zur allmählichen Ausbildung einer königlichen Identität beitragen konnte. F. Delle Donne führt überzeugend aus, wie Alfons mittels einer Kombination von alten katalanischen Traditionen und neuen italienischen humanistischen Tendenzen fast als übermächtiger "Imperator" dargestellt wurde. Oliva spürt den Verbindungen des spanischen Monarchen zum Papsttum durch die Untersuchung iberischer und römischer Chroniken nach. Der neuen Idee einer auf "Virtus" basierenden Legitimität des Thronerben widmet sich G. Cappeli. F. Tateo zeigt in seinem Beitrag, inwieweit die Darstellung Alfons' V. als tugendhafter und religiöser König seine Rolle als Kulturerneuerer verschleiert hat

In den beiden Beiträgen, die sich mit dem Kunstinteresse des Königs beschäftigen, gehen J. Barreto und J. Domenge Mesquida auf die Funktion des Kunstgeschmacks des Monarchen nicht nur hinsichtlich der Mehrung seines Ruhmes und des Glanzes seines Hofes, sondern auch der Bekräftigung und Verfestigung seines Bildes als Weltenherrscher ein. Es ist sehr zu begrüßen, dass die Herausgeber 16 Seiten mit den von beiden Kunsthistorikern ausgewählten Farbbildern am Ende des Bandes beigefügt haben.

Weitere Pluspunkte dieses überaus vielfältigen Bandes sind schließlich die auf Englisch verfassten Resümees, sowie insbesondere das ausgesprochen hilfreiche Register, das zumindest die zahlreichen erwähnten Personen und immer wieder zitierten Quellen und Ortsnamen auffindbar macht. Der vorliegende Sammelband liefert trotz seiner in drei Sprachen etwas mühsamen Lektüre hochinteressante Einblicke in die Persönlichkeit des Königs und erweitert grundlegend das historiographische und literarische Quellenmaterial zur Figur Alfons' V.

Teodoro Manrique Antón